Noch bis in die 2000er Jahre brauchten sich Angehörige keine Gedanken zu machen über die Frage, wie die Beerdigung, die Bestattung und das Grab gestaltet werden sollen. Die gewachsenen Traditionen vor Ort wie Requiem (Messfeier in der Pfarrkirche) und Sargbestattung waren Halt und Stütze.

Mittlerweile hat sich das Bild gewandelt. Ein Beispiel dafür ist die „Ewigkeitsspirale“, die 2024 durch eine Idee von Pfarrer Alexander Kohl errichtet wurde.
Heute können Angehörige vieles selbst entscheiden: Sarg oder Urne, Liedauswahl, Grabgestaltung. Der Friedhof ist dabei nicht nur ein Ort der Tradition, sondern auch ein Ort, an dem sich die Veränderungen unserer Zeit ablesen lassen.
- bis 1789
Bestattungen im Alten Friedhof
- bis 1789
Wegen Platzmangels Exhumierung der Toten nach wenigen Jahren, Auskochen der Gebeine und Aufbewahrung im Gebeinhaus
- ab 1789
Bestattung im neuen Friedhof
- 1934
Erste Urnenbeisetzung: Die Asche von Otto Segl wird in der Kapelle am Harlachberg bestattet.
- bis 1938
Aufbahrung der Toten zu Hause
- ab 1938
Aufbahrung im Leichenhaus
- bis 1950er
Feierlichkeit der Bestattung richtet sich nach dem Ansehen des Toten
- ab 1950
Schlichte, alte Grabmale werden ersetzt durch großzügige Grabmalanlagen, oft aus exotischen Steinen
- ab 1963
Das Verbot der Einäscherung für Katholiken wird aufgehoben.
- ab 1983
Neues Kirchenrecht: kein genereller Ausschluss vom katholischen Begräbnis bei Suizid (pastorale Beurteilung).
- ab 1990
Urnenbestattungen nehmen zu
- ab 2000er
Die Bestattungen werden vielfältiger und richten sich nicht mehr nur nach den Traditionen

