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Bergmännische Tradition

„Dort öffnete er das Grab…“

Sage vom toten Bergmann

Grab der Familie Klee

Am historischen Grab der Familie Klee erinnert das Gezähe (Hammer und Schlegel) an die Bergmännische Tradition. Bodenmais wäre ohne den Bergbau kaum denkbar. Über Jahrhunderte prägte der Silberberg das Leben der Menschen im Ort. Zunächst wurde Silber gefördert, später Eisen und Vitriol – wertvolle Rohstoffe, die bis weit über die Region hinaus Bedeutung hatten. Die Arbeit unter Tage war schwer und gefährlich, doch die Bergleute waren stolz auf ihre Zunft. Ihre Lieder, Bräuche und die enge Gemeinschaft prägten das Leben in Bodenmais nachhaltig.

Beerdigungsmarsch „Ehre zum letzten Gang“

Gespielt von der Knappschaftskapelle Bodenmais.

Tradition ist lebendig

Heute ist der Bergbau Geschichte – aber lebendig geblieben im Knappschaftsverein und in der Knappschaftskapelle, in Bräuchen und Festen und vor allem im Besucherbergwerk am Silberberg. Wer in die Stollen hinabsteigt, spürt noch die besondere Atmosphäre und bekommt einen Eindruck davon, wie hart und faszinierend die Arbeit der Bergleute war. Stirbt ein Mitglied des Knappschaftsvereins, dann begleitet die Knappschaftskapelle den Trauerzug von der Kirche zum Friedhof. Am offenen Grab erklingt als letzte Ehrenbezeigung das Bergmannslied „Glück auf“.

Bergmannslied „Glück auf“ – Trauerchoral

Gespielt von der Knappschaftskapelle Bodenmais.

Sage vom toten Bergmann

In Bodenmais erzählte man sich auch folgende Begebenheit:

In Bodenmais war vor 50 Jahren einmal die Beerdigung eines Bergarbeiters. Die Leichenträger waren Kameraden des Verstorbenen. Die waren am Abend beim Leichentrunk noch beisammen. Als sie schon betrunken waren, gedachten sie auch der früheren Anwesenheit des Verstorbenen. Da behauptete einer die Schneid zu haben, den Toten zu holen. Er ging eine Wette ein und ging auf den Friedhof. Dort öffnete er das Grab, machte den Sarg auf, nahm den Toten auf den Buckel und trug ihn ins Wirtshaus. Dort setzte er ihn an der Gastzimmertür nieder. Als die anderen Kameraden den Toten sahen, reute sie ihr dummer Streich und der Gewinner musste den Toten in seine Ruhestätte zurückbringen. Er lud ihn auf die Schulter und trug ihn ins Grab zurück. Dort legte er ihn in den Sarg und nagelte den Deckel zu. Dabei zwickte er seinen langen Leichenrock zwischen Sarg und Deckel ein. Als er aufstehen wollte, blieb er hängen und meinte, der Tote halte ihn fest. Da erschrak er so, dass er tot über dem Sarge liegen blieb.

Quelle: Haller, Reinhard, Bodenmaiser Sagen, Grafenau 1993, 39.

Peter Josef Klee

Peter Josef Klee (1885-1954)

Peter Josef Klee (gestorben 1954) wurde 1885 im Rheinland geboren und kam 1911 als junger Bergmann nach Bodenmais. Hier heiratete er Maria Dresely, die Tochter des Hofbräuhaus-Besitzers, und gründete mit ihr eine Familie. Seine Laufbahn führte ihn zeitweise an andere Gruben in Franken und Niedersachsen, wo er sogar den Bau von unterirdischen Munitionsanlagen überwachte. 1939 kehrte er nach Bodenmais zurück und wurde 1941 Werksinspektor. Besonders setzte er sich dafür ein, das berühmte „Bodenmaiser Polierrot“ zu verbessern – ein Produkt, das weltweit bekannt wurde.


Quelle: Haller, Reinhard: Glückauf zur letzten Schicht. Das Bayerische Berg- und Hüttenwerk Bodenmais. Aufschwung – Niedergang – Ende (1871–1962). Ein Beitrag zu „50 Jahre Markt Bodenmais“. Herausgegeben vom Sozialausschuss des Pfarrgemeinderates Bodenmais. Regen 2008, 88ff.