Wie liefen Beerdigungen in Bodenmais früher ab? Entdecke, welche Bräuchen und Rituale es gab.

Leben und Sterben – begleitet von Riten und Bräuchen
Pfarrfriedhof Bodenmais
Grab Familie Rosenlehner
Therese Rosenlehner, die hier bestattet ist, war eine große Wohltäterin der Pfarrei. Die „Bauern-Res“ besaß eine Landwirtschaft im Ortsteils Mais. Im Jahr 1936 starb sie unverheiratet und hinterließ dem Pfarrwiddum 44 Tagwerk Wald. In dieser Grabstelle wurde sie mit den üblichen Bräuchen und Traditionen bestattet.
Bräuche rund ums Sterben
Früher begleiteten viele Bräuche den Tod eines Menschen. Gleich nach dem Sterben wurden Fenster geöffnet, damit die Seele hinaus konnte. Auch das Vieh im Stall wurde geweckt – es sollte den Verlust spüren.
Totenwache zu Hause
Bis ins 20. Jahrhundert hinein lag der Verstorbene noch mehrere Tage im eigenen Haus, auf einfachen Brettern oder einer Bank. Nachbarn und Verwandte hielten Totenwache: Sie beteten, erzählten – manchmal wurde sogar gespielt, gegessen und getrunken.
Vor dem Friedhof einmal um die Kirche
Vor dem Begräbnis setzte man den Sarg dreimal auf der Schwelle ab. Aus den umliegenden Ortsteilen brachten Fuhrwerke die Toten zu bestimmten Sammelplätzen („Absetzen“), wo Pfarrer und Dorfgemeinschaft sie abholten. Dann trug man den Sarg im Leichenzug einmal um die Kirche und erst danach zum Friedhof.
Manche Beerdigungen waren sehr schlicht, andere – wie die von wohlhabenden Bürgern – prunkvoll: mit Musikanten, Fahnen, Totenmessen und großem Leichentrunk. Für ärmere Leute blieb es bei einem einfachen Gottesdienst und einer kleinen Einkehr.
Nach der Beerdigung zogen die Vereine ins Wirtshaus zum Leichtrunk. Die Blaskapelle spielte dazu einen fröhlichen Marsch. Was für Außenstehende befremdlich wirkt, zeigt doch eine pragmatische Sicht auf den Tod: das Leben geht weiter.
Rosenkranzgebet während des Leichenzuges
Während des Leichenzuges beteten Männer in einer besonders feierlichen, gesungenen Weise den Rosenkranz (Gegrüßet seist du Maria und Vater Unser) vor.
Video: Wie Beerdigungen früher abliefen

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Wie Beerdigungen in Bodenmais früher abliefen, erzählt Gust Koller (Jahrgang 1929) im Gespräch mit Pfarrer Alexander Kohl.
Bilder und Dokumente
Quelle: Haller, Reinhard: „… und überdies gegen Niedergang der Sonne gebaut“. 200 Jahre Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (1805–2005). Mit einer Geschichte der Pfarrei Bodenmais (1805–2005). Ergänzt durch Beiträge von Josef Geiger jun. und Diakon Josef Schlecht. Vorwort von Renate Weikl, Nachwort von Pfarrer Josef Schmaderer. (Band III: Bodenmaiser Pfarrjubiläen 2005). Zwiesel, 2005.








