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Friedhof – eine Reise in die Vergangenheit

„Des Kindes Papa Kandidaten waren viele…“

Das Schicksal der Elvira Stefanie als ein Beispiel für die „gute alte Zeit“, die gar nicht so gut war.

Nur wenige der Priester, die als Pfarrer oder als Cooperator (Kaplan) ihren Dienst in Bodenmais versahen, sind hier im Priestergrab bestattet. Doch der Dienst an den Verstorbenen und den Hinterbliebenen war ein wichtiger Teil ihres priesterlichen Auftrags. Damit verbunden war auch die Frage nach der Gestaltung des Friedhofs und von Begräbnissen, die stets ein Spiegelbild der Zeit waren.

Der Friedhof als Spiegelbild des „Armenhauses“ Bodenmais

Prächtige Grabsteine, Urnengrabfelder und Gemeinschaftsgräber suchte man in früheren Zeiten auf dem Friedhof vergeblich. Kein Wunder, war doch in Bodenmais, dem „Armenhaus des Bayerischen Waldes“, das Geld für eine kostenintensive Gedenkkultur knapp.

Noch um 1890 waren steinerne Grabmale selten. Häufig zu sehen waren hingegen einfache Holzkreuze und vielfach auch eine Besonderheit, die „Grä-Zoang“ („Grabzarch“). Diese imitierten die Steingrabmale, waren jedoch aus Holz, innen hohl und oft aus einer stein-imitierenden Schicht aus Sand und Leim überzogen. (Haller 414) Von diesen Schein-Grabsteinen hat sich keiner erhalten.

Quellen: Pfarrarchiv Bodenmais
Haller, Reinhard: „Der Ehre Gottes und denen bei unserm Bergwerk befindlichen Werkleuten zu Trost und Nutz …“ – Filialkirche–Bergkaplanei–Pfarrei Bodenmais (1531–1804). Band I: „Bodenmaiser Pfarrjubiläen 2005“. Hrsg. vom Bodenmaiser Bauerntheater. Bodenmais: Bodenmaiser Bauerntheater, 2004.
Haller, Reinhard: „… und überdies gegen Niedergang der Sonne gebaut“. 200 Jahre Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (1805–2005). Mit einer Geschichte der Pfarrei Bodenmais (1805–2005). Ergänzt durch Beiträge von Josef Geiger jun. und Diakon Josef Schlecht. Vorwort von Renate Weikl, Nachwort von Pfarrer Josef Schmaderer. (Band III: Bodenmaiser Pfarrjubiläen 2005). Zwiesel, 2005.