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Totenbretter

Totenbretter, wie dieser hier, findet man im Bayerischen Wald recht häufig. Doch was hat es mit den Totenbrettern auf sich?

Totenbretter – Zeichen des Glaubens und der Erinnerung

Pfarrfriedhof Bodenmais

Einzigartige Tradition im Bayerischen Wald

Wer durch den Bayerischen Wald geht, entdeckt eine Besonderheit: die Totenbretter. Früher wurden Verstorbene nicht im Sarg, sondern zu Hause auf einem einfachen Holzbrett aufgebahrt. Nach der Beerdigung stellte man dieses Brett als Erinnerung am Wegesrand oder neben dem Friedhof auf. Oft wurden sie beschriftet und bemalt. Die Bodenmaiser Totenbretter galten als die schönsten und interessantesten im ganzen Bayerischen Wald.

Wenn Holz und Seele vergehen

Die Menschen glaubten: Wenn das Holz langsam von Wind und Wetter zerfiel, war auch die Seele erlöst und durfte in den Himmel. Deshalb legte man die Bretter oft in die Natur – manchmal sogar über einen Bach, damit sie schneller verrotteten. In Bodenmais gab es ganze „Gedenkbrettergruppen“, wie früher die über 20 Meter lange Totenbretterreihe an der Friedhofsmauer.

Botschaften voller Ernst und Humor

Die Inschriften waren ernst, fromm oder auch humorvoll, kleine Botschaften über Leben, Tod und Hoffnung. Als 1938 das Leichenhaus gebaut wurde, kam der eigentliche Brauch der Totenbretter ab. Doch als Gedenktafeln für Verstorbene werden sie auch heute noch gerne verwendet. Das älteste erhaltene Totenbrett von 1836 befindet sich in der Kapelle am Harlachberg.

Quelle: Haller, Reinhard, Bodenmais … und die Bomoesser“, Alltagsleben in einer Königlich-Bayerischen Landgemeinde – 1806-1918. Mit Ausblicken in die Zeit davor und danach, Grafenau 1989.