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Sühnelinden

Hier am Eingang zum Friedhof standen bis 2011 zwei stattliche Linden – gepflanzt als Sühne für einen Streit.

„Soll er doch heruntergehen!“

Johann Baptist Haller (1809-1894) während der Predigt des Pfarrers.

Wie es zu den Sühnelinden kam

Von der Geschichte dieser Linden erzählt 1972 der Bodenmaiser Johann Haller:

An einem Barbara-Tag hat der Pfarrer von der Kanzel herabgepredigt: „Warum beschweren sich die Bergleute immer, sie haben doch einen guten Verdienst und fehlt ihnen nichts. Sollen sie doch zufrieden sein!“ Mein Großvater Johann hat sich das lange angehört, dann hat er sich geräuspert und hat zum Pfarrer hinaufgeschrien: Er solle doch heruntergehen und sich auf seinen Kirchenstuhl setzen und dafür werde er auf die Kanzel hinaufsteigen und recht gescheit herunterschmatzen!

Nach dem Gottesdienst hat der Pfarrer meinen Großvater in den Pfarrhof zitiert und ihm als Strafe aufgegeben, dass er am Friedhof draußen zwei Bäume pflanzen muss. Das hat er auch getan.   

(Quelle: Haller, Reinhard, Geschichte der Pfarrei Bodenmais. Band 2, 2005, 119)