
„wahrhaft
elende Zustand der hiesigen Bergkappelle, daß sie ohne wohl mögliche
Hülfe täglich dem Einsturze droht“
Andreas Fuhrmann wies 1801 auf den schlechten Zustand der alten Pfarrkirche hin, die kurz darauf neu errichtet wurde.
Liegende Grabsteine, wie dieser Grabstein hier, kennzeichneten den Verstorbenen oft als angesehene Persönlichkeit seiner Heimatgemeinde. Das Grab von Andreas Fuhrmann – eines von zwei Bodenmaiser Gräbern mit liegenden Grabsteinen – erinnert an eine Persönlichkeit, die das Leben in Bodenmais in besonderer Weise geprägt hat.
Andreas Fuhrmann
Andreas Fuhrmann (1772 – 1844) stammte aus Viechtach und begann 1794 als Praktikant im Bergwerk von Bodenmais. Schon bald fiel er durch Fleiß und Können auf. Trotz harter Ausbildung in den Stollen wurde er 1801 zum Oberverweser und später zum Bergmeister ernannt.
Einsatz für Bodenmais
Fuhrmann engagierte sich nicht nur für den Bergbau, sondern auch für die Menschen vor Ort. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara gründete er eine Spinnerei, um armen Frauen Arbeit zu geben. Zudem baute er eine bedeutende Mineraliensammlung auf, die später vom Königreich Bayern übernommen wurde und europaweit Beachtung fand.
Beliebter Mitbürger
Andreas Fuhrmann galt als nahbarer und beliebter Vorgesetzter, der den Bergleuten menschlich begegnete. Sie dankten es ihm mit Liedern und Verehrung. Sein Wirken machte ihn zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Bodenmaiser Bergbaugeschichte.
Fuhrmann-Preis
Wie Andreas und Barbara Fuhrmann bemühte sich auch seine Tochter Margarete, die Not der ärmeren Bevölkerung von Bodenmais zu lindern. Im Jahr 1844 gründete Margarete Fuhrmann eine Ausbildungsstätte für Mädchen zur Herstellung von Textilien. Zum Gedenken an ihr Wirken stiftete der Markt Bodenmais 2011 die Margarete-Fuhrmann-Medaille als Ehrenamtspreis.
Quelle: Haller, Reinhard: Bodenmais … und die „Bomoesser“. Teil IV: Das Churfürstlich-Königliche Berg- und Hüttenwerk Bodenmais. Praktikantenberichte aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hrsg. vom Förderverein Bodenmaiser Geschichte und Kulturdenkmäler e.V. Bodenmais 1999, 75ff.
Haller, Reinhard: „… und überdies gegen Niedergang der Sonne gebaut“. 200 Jahre Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (1805–2005). Mit einer Geschichte der Pfarrei Bodenmais (1805–2005). Ergänzt durch Beiträge von Josef Geiger jun. und Diakon Josef Schlecht. Vorwort von Renate Weikl, Nachwort von Pfarrer Josef Schmaderer. (Band III: Bodenmaiser Pfarrjubiläen 2005). Bodenmais, 2005.
Haller, Reinhard: Bodenmais … und die Bomoesser. Alltagsleben in einer Königlich-Bayerischen Landgemeinde (1806-1918). Mit Ausblicken in die Zeit davor und danach, hg. Von der Marktgemeinde Bodenmais, Grafenau 1989, 360f.
https://www.markt-bodenmais.de/Bürgerservice/PDF Dateien/Satzungen/Richtlinie_Ehrenamtspreis.pdf






