Dieses liebevoll „Friedhofskircherl“ genannte Gotteshaus steht direkt am Friedhof und lädt ein, der Geschichte und der Hoffnung nachzuspüren.
Lasse die Glocke des Friedhofskircherl läuten
Geweiht 1826
Wer durch Bodenmais schlendert und den alten Friedhof besucht, stößt auf eine kleine Kirche mit großem Charakter: die Friedhofskapelle „St. Johannes der Täufer“. Im Volksmund wird sie „Friedhofskircherl“ genannt. Sie wurde 1826 geweiht, doch ihre Ursprünge reichen wahrscheinlich bis ins ausgehende 18. Jahrhundert zurück – als der Friedhof an seinen heutigen Ort verlegt wurde.
Gottesdienste
Ursprünglich diente sie als Kapelle für Beisetzungen und stille Messen für Verstorbene, doch bald wurde sie zum festen Bestandteil des religiösen Lebens in Bodenmais. Im Sommer fanden hier wöchentliche Gottesdienste statt. Besonders der Johannistag am 24. Juni war ein Feiertag, den die Gemeinde mit einer feierlichen Messe im „Seelenkircherl“ beging.
Barocke Pietà

Der Innenraum birgt echte Schätze: Ein barocker Altar mit einer Pietà aus dem 18. Jahrhundert, die ursprünglich in der Pfarrkirche stand. Sie ersetzt die Figur des Heiligen Johannes des Täufers, die dort bis 1924 stand. Auch zwei kleine Glocken aus Passau, gestiftet von frommen Gemeindemitgliedern, gehörten einst zur Ausstattung.

Kreuzweg
Bemerkenswert sind die 14 barocken Kreuzwegbilder, die 2006/2007 durch private Spenden renoviert wurden.
Ort des Gedenkens
Die kleine Kirche war auch der Ort der Erinnerung an diejenigen, die fern der Heimat ihr Leben ließen und nicht in Bodenmais bestattet werden konnten. Steinerne Gedenktafeln erinnern an die Verstorbenen: Den Fuhrmann Johann Evangelist Weinfurtner etwa, der 1840 vom „Schlagfluß getroffen“ in der Nähe von Sulzbach verstarb: „Darum, o Mensch an jedem Tag denk an den letzten Glockenschlag / Denn heute bist du frisch und rot und Morgenfrüh vielleicht schon tot.“
(Quelle: Haller, Reinhard, Geschichte der Pfarrei Bodenmais. Band 2, 2005, 94ff)









